ERNÄHRUNG

Beitragsbild: Foto von Ella Olsson – Pexels

Die Art und Weise wie wir uns ernähren, hat einen großen Einfluss auf unsere Umwelt und unser Klima. Es ist daher wichtig, sich mit seinen eigenen Ernährungsgewohnheiten auseinander zu setzen und sich die Auswirkungen bewusst machen, die unseren täglichen Entscheidungen mit sich bringen. Im Rahmen des Projekts „Besseresser:innen – planetarisch kulinarisch“ hat sich der WWF mit der Frage befasst, wie eine nachhaltige und umweltschonende Ernährung in der Zukunft aussehen kann. Hier einige Fakten aus dem Projekt, die zeigen, wie wichtig das Thema ist:

  • Unsere Ernährung verursacht pro Jahr zirka 210 Millionen Tonnen CO2e – das sind mehr als die gesamten Emissionen des Verkehrssektors in Deutschland 2018.
  • 69 Prozent der Emissionen können auf tierische Produkte zurückgeführt werden
  • Der Flächenfußabdruck, den jede Person durch ihren Nahrungsmittelverzehr hinterlässt, beträgt ca. 2.022 Quadratmeter pro Jahr.
  • 2050 werden voraus. im Schnitt nur noch 1.700 Quadratmeter Ackerland pro Person zur Verfügung stehen, welche zusätzlich auch für den Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung (z. B. Biogas, Biokraftstoffe), zur stofflichen Verwendung (z. B. Stärke, Bioplastik) oder zur Herstellung von Textilien (z. B. Baumwolle) benötigt werden.
  • Die Produktion von Fleisch und anderer tierischer Lebensmittel beansprucht 75 Prozent der Fläche.

(Quelle: WWF*)

Stell Dir vor, auf Deinem Kassenzettel würden nicht nur die Produkte und die Preise aufgelistet, sondern zusätzlich auch noch die Kosten für die Umwelt. 

„Für einen Lebensmitteleinkauf von 50 EUR an der Supermarktkasse ließen sich beispielsweise folgende Angaben finden:

  • 44 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche für den Anbau von Lebensmitteln und von Futtermitteln, die für Schweine, Rinder und Geflügel benötigt werden.
  • 23.000 Liter Wasser – das entspricht einem Tanklastzug, der zu zwei Dritteln befüllt ist. Ein Teil des Wassers wird in trockenen Regionen verbraucht, wo Wassermangel herrscht.
  • 32,5 Kilogramm klimaschädliche Treibhausgasemissionen. Die Emissionen entsprechen etwa einer PKW-Fahrt von Stuttgart nach München.
  • 140 Gramm Ammoniakemissionen, die vor allem bei der Düngung und Tierhaltung auftreten.
    Ammoniakemissionen schädigen Land- und Wasserökosysteme (z.B. durch Versauerung oder Nährstoffanreicherung). Ammoniak ist bei der Entstehung anderer Luftschadstoffe beteiligt.
  • Hinzu kommen weitere Schadstoffemissionen für den 50-EUR-Lebensmitteleinkauf: 40 Gramm Stickoxide, die u.a. durch Düngemittel entstehen. Außerdem 12 Gramm an Feinstaub (PM2,5). Beide Luftschadstoffe können zu Atemwegserkrankungen beim Menschen führen.

Die Menge an verbrauchtem Wasser und Emissionen der eingekauften Lebensmittel ist um ein Vielfaches höher als das Gewicht der Artikel im Einkaufswagen. Bereits der wöchentliche Lebensmitteleinkauf beansprucht die Umwelt, sowohl in Deutschland als auch global.“ (Quelle: Umweltbundesamt*)

Wir möchten Dir ein paar Tipps geben, wie Dich nachhaltiger ernähren kannst und auf was Du beim Einkauf achten solltest.

Quelle: Umweltbundesamt CO2-Rechner (Stand 2022)

© Kompetenzzentrum Nachhaltiger Kosum

Link*: https://www.bmuv.de/themen/nachhaltigkeit-digitalisierung/konsum-und-produkte/nachhaltiger-konsum

Kassenzettel

Quelle:
Von der Welt auf den Teller
Kurzstudie zur globalen Umweltinanspruchnahme unseres Lebensmittelkonsums

Herausgeber: Umweltbundesamt

Link*: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5750/publikationen/uba_210121_kurzstudie_nahrung_barr.pdf

Regional – Saisonal – Bio einkaufen

Wir sind es gewöhnt, dass es immer alles zu kaufen gibt. Egal welche Jahreszeit gerade ist, beziehungsweise wo das Obst oder Gemüse wächst, in den Obst-/Gemüseabteilungen der Supermärkte finden wir ganzjährig Ananas, Erdbeeren, Mangos, etc. Weltweite Lieferketten, riesige Kühlhäuser und Gewächshäuser machen es möglich. Doch wie sieht es mit der Klima- bzw. Umweltbilanz der verschiedenen Angebote aus? Entscheidend für den CO2-Fußabdruck sind hauptsächlich folgende Faktoren:

  • Wie hoch ist der Ertrag pro Fläche?
  • Wurden für die Anbaufläche natürliche und/oder wertvolle Ökoflächen umgewandelt?
  • Bei Fleischprodukten: Wie werden die Tiere gehalten?
  • Wie wird die Ware transportiert (Art/Entfernung)?
  • Wie ist die Ware verpackt?

Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) hat in der Studie „Ökologische Fußabdrücke von Lebensmitteln und Gerichten in Deutschland“ geleitet hat den CO2-Fußabdruck verschiedener Lebensmittel ausgerechnet.

CO2-Fußabdruck (1 kg Lebensmittel erzeugt x kg CO2-Äquivalente):

  • Ananas per Schiff: 0,6
  • Ananas per Flugzeug: 15,1
  • Regionale Saionäpfel: 0,3
  • Regionale Lageräpfel: 0,4
  • Äpfel aus Neuseeland: 0,8
  • Avocado aus Peru: 0,8
  • Bananen: 0,6
  • Regionale, saisonale Erdbeeren: 0,3
  • Frische Wintererdbeeren: 3,4
  • Orangen/Apfelsinen: 0,3
  • Saisonale Tomaten aus Deutschland: 0,3
  • Wintertomaten aus Deutschland: 2,9
  • Passierte Tomaten in der Dose: 1,8
  • Käse (Bio), Durchschnitt: 7,2
  • Milch, ESL, Vollmilch, Verbundkarton: 1,4
  • Milch-Ersatz, Haferdrink: 0,3
  • Rindfleisch (Bio): 21,7
  • Rinder-Patty/-Bratling, tiefgekühlt: 9
  • Bratling/Veggieburger/Patty auf Erbsenbasis: 1,8

Quelle: Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu)*

Waren, die mit dem Flugzeug aus dem Ausland eingeflogen werden, haben grundsätzlich eine schlechte Klimabilanz. Waren die frisch geerntet wurden und per Schiff zu uns transportiert werden, können unter Umständen eine bessere Klimabilanz haben, als ein heimisch geernteter Apfel, der aber über Monate in einem Kühlhaus gelagert wurde.

Die vielen unterschiedlichen Faktoren machen die Entscheidung an der Frischetheke nicht einfacher. Grundsätzlich machst Du aber wenig falsch, wenn Du Dich an folgende Grundregeln hältst:

  • Kaufe Obst- und Gemüse in der jeweiligen Saison von regionalen Herstellern (-> Saisonkalender (PDF)* der BVOE* / Saisonkalender-App* der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)
  • Achte beim Einkauf auf Bio-, Fairtrade- und Nachhaltigkeitssiegel wie demeter, Bioland, o.ä. (-> Siegelbewertung*)
  • Kaufe nicht zu viel ein. Überschüssige Lebensmittel kannst Du möglicherweise einfrieren oder verschenken. Vermeide es Lebensmittel wegzuwerfen. („Resterezepte„* im Infoportal „Zu gut für die Tonne“ vom BMLE). Auch nach dem Überschreiten des  Mindesthaltbarkeitsdatums (Achtung: Bitte nicht verwechseln mit dem Verbrauchsdatum!) sind viele Lebensmittel noch vollkommen in Ordnung und genießbar. (Infoseite MHD*).
  • Achte auf die Verpackung der Ware. Vermeide Plastikverpackungen, sondern nutze eigene Boxen, Tüten oder Netze die Du immer wiederverwenden kannst oder setze auf Mehrwegsysteme. Auch Papiertüten lassen sich öfter als einmal verwenden.
  • Kaufe weniger Fleisch, Eier und Milch sondern mehr pflanzliche Produkte.
  • Kaufe, wenn möglich, im Bioladen/-supermarkt Deines Vertrauens ein. Dort wird nicht nur auf die Klima-/Umweltbilanz der Produkte geachtet, sondern i.d.R. auch auf faire Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Produzenten.

Ernährung

Ernährung

Wie können sich die Menschen auf unserer Erde weltweit jetzt und zukünftig nachhaltig und gesund ernähren?

Dieser Frage ist die internationale EAT-Lancet-Kommission* bestehend aus Expert*innen für Gesundheit, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Politik sowie Landwirtschaft nachgegangen.

Die Eat-Lancet-Kommission beschreibt in ihrem Bericht, wie die Erde in der Lage sein wird, eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 mit einer gesundheitsfördernden Ernährung zu versorgen, die innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen bleibt. Dies führt zur Entwicklung der sogenannten planetary health diet (PHD), die zusätzlich dazu beitragen kann, 11 Millionen Todesfälle pro Jahr durch ernährungsbedingte Krankheiten zu verhindern.

Diese Ernährung basiert größtenteils auf pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und hochwertiges Pflanzenöl. Sie enthält geringe Mengen an Fisch und Geflügel, sowie keine oder nur geringe Mengen an rotem Fleisch, an verarbeitetem Fleisch, zugesetztem Zucker und Weißmehlprodukten.

Empfehlungen für eine nachhaltige und gesunde Ernährung sind:

  • Vermeide übermäßigen Fleischkonsum: Verringere Deinen Verbrauch von rotem Fleisch und wähle stattdessen pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.
  • Wähle lokal angebaute und saisonale Lebensmittel: Vermeide Lebensmittel, die aus großen Entfernungen importiert werden und unterstütze lokale Landwirte.
  • Verwende weniger verarbeitete Lebensmittel: Verwende frische und unverarbeitete Lebensmittel anstelle von verarbeiteten Lebensmitteln, die häufig viel Salz, Zucker und ungesunde Fette enthalten.
  • Verwende pflanzliche Milchprodukte und Alternativen: Verwende pflanzliche Milchprodukte anstelle von tierischen Milchprodukten, um Deine Gesundheit zu verbessern und den Klimawandel zu bekämpfen.
  • Vermeide Lebensmittel, die hohe Mengen an Pestiziden enthalten: Verwende bio-zertifizierte Lebensmittel oder reinige Deine Lebensmittel gründlich, um Pestizidrückstände zu entfernen.

Mehr Informationen sowie Rezepte findest Du hier:

„Besseresser:innen – planetarisch kulinarisch“ – Projekt des WWF* mit vielen Hintergrundinformationen und Rezepten, die auf der PHD basieren.

Datenbank mit veganen Rezepten – Rezeptdatenbank* von ProVeg.

„Klimafreundliche Rezepte (nicht nur) für die Schulküche“ – Infoportal* mit klimafreundlichen Rezepten des Projektes „KEEKS – Klima- und energieeffiziente Küche in Schulen“

„Ernährungsempfehlungen für Kinder“ – Infoseiten* der Verbraucherzentrale.

„Planetary Health Diet“ – Infoseite* zur PHD vom Bundeszentrum für Ernährung.

„Von der Welt auf den Teller – Kurzstudie zur globalen Umweltinanspruchnahme unseres Lebensmittelkonsums“ – Kurzstudie* des Umweltbundesamtes.

„Lebensmittelverschwendung vermeiden – Diese Apps und Produkte helfen dabei.“ – Infoseite* des MDR

Handlungsfelder