Für weitere zwei Jahre wurde unsere Stiftung jetzt wieder mit dem Gütesiegel des Bündnisses deutscher Bürgerstiftungen ausgezeichnet. Hoch über den Dächern am Phoenixsee mit Blick auf die historische alte Hörder Burg überreichten im Rahmen des diesjährigen Regionalforums der Vorsitzende der Jury Prof. Dr. Burkhard Küstermann (l.) und Regionalkurator Karl Heinz Humpert (r.) den beiden Vorstandsmitgliedern der Bürgerstiftung Unna, Frank Röhr und Michael Volkery (m.), die begehrte Urkunde.
Zum Hintergrund: Die ersten Bürgerstiftungen definierten schon sehr früh einen Kriterienkatalog, der die Werte und Eigenschaften dieser Stiftungsform beschreibt. Auf dieser Grundlage, den sogenannten „10 Merkmalen“, vergibt der Bundesverband das Gütesiegel für Bürgerstiftungen.
Die 10 Merkmale einer ausgezeichneten Bürgerstiftung sind demnach:
- Gemeinnützigkeit
Eine Bürgerstiftung ist gemeinnützig und will das Gemeinwesen stärken. Sie versteht sich als Element einer selbstbestimmten Bürgergesellschaft.
- Viele Stifter
Eine Bürgerstiftung wird in der Regel von mehreren Stiftern errichtet. Eine Initiative zu ihrer Errichtung kann auch von Einzelpersonen oder einzelnen Institutionen ausgehen.
- Unabhängigkeit
Eine Bürgerstiftung ist wirtschaftlich und politisch unabhängig. Sie ist konfessionell und parteipolitisch nicht gebunden. Eine Dominanz einzelner Stifter, Parteien, Unternehmen wird abgelehnt. Politische Gremien und Verwaltungsspitzen dürfen keinen bestimmenden Einfluss auf Entscheidungen nehmen.
- Lokale Arbeit
Das Aktionsgebiet einer Bürgerstiftung ist geographisch ausgerichtet: auf eine Stadt, einen Landkreis, eine Region.
- Vermögen
Eine Bürgerstiftung baut kontinuierlich Stiftungskapital auf. Dabei gibt sie allen Bürgern, die sich einer bestimmten Stadt oder Region verbunden fühlen und die Stiftungsziele bejahen, die Möglichkeit einer Zustiftung. Sie sammelt darüber hinaus Projektspenden und kann Unterstiftungen und Fonds einrichten, die einzelne der in der Satzung aufgeführten Zwecke verfolgen oder auch regionale Teilgebiete fördern.
- Vielfalt
Eine Bürgerstiftung wirkt in einem breiten Spektrum des städtischen oder regionalen Lebens, dessen Förderung für sie im Vordergrund steht. Ihr Stiftungszweck ist daher breit. Er umfasst in der Regel den kulturellen Sektor, Jugend und Soziales, das Bildungswesen, Natur und Umwelt und den Denkmalschutz. Sie ist fördernd und/oder operativ tätig und sollte innovativ tätig sein.
- Bürgerschaftliches Engagement
Eine Bürgerstiftung fördert Projekte, die von bürgerschaftlichem Engagement getragen sind oder Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Dabei bemüht sie sich um neue Formen des gesellschaftlichen Engagements.
- Öffentlichkeit
Eine Bürgerstiftung macht ihre Projekte öffentlich und betreibt eine ausgeprägte Öffentlichkeitsarbeit, um allen Bürgern ihrer Region die Möglichkeit zu geben, sich an den Projekten zu beteiligen.
- Netzwerke
Eine Bürgerstiftung kann ein lokales Netzwerk innerhalb verschiedener gemeinnütziger Organisationen einer Stadt oder Region koordinieren.
- Transparenz
Die interne Arbeit einer Bürgerstiftung ist durch Partizipation und Transparenz geprägt. Eine Bürgerstiftung hat mehrere Gremien (Vorstand und Kontrollorgan), in denen Bürger für Bürger ausführende und kontrollierende Funktionen innehaben.

